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Die Zukunft der Baubranche mit digitaler Kollaboration

Zwei Personen nutzen zur digitalen Kollaboration auf der Baustelle ein Tablet

Moderne Baustellen setzen auf eine Kombination aus kontinuierlicher Verbesserung und Innovation. Schon vor der Corona-Pandemie begann die Baubranche, die derzeitigen Entwicklungsmethoden zu überdenken und Veränderungen in Angriff zu nehmen.

Die Pandemie hat Bauprojekte auf der ganzen Welt entschleunigt. Sie war und ist ein guter Anlass, um Prozesse neu zu bewerten und in die Zukunft Ihres Bauunternehmens und in die Zukunft der Baubranche allgemein zu blicken. Im Jahr 2022 und darüber hinaus werden unsere Teams Projektrückstände aufarbeiten müssen. Produktivität ist gefragt. Methoden wie Lean-Management, die das eigenverantwortliche Handeln der Teammitglieder, eine gemeinsame Vision, effiziente Prozesse und eine bessere Kommunikation auf der Baustelle in den Mittelpunkt stellen, können allen, die jetzt Innovationen auf den Weg bringen wollen, von großem Nutzen sein. Nachstehend finden Sie einen Überblick über die Trends in der Bauwirtschaft der Zukunft, die gerade an Dynamik gewinnen. Erfahren Sie, wie Sie mit digitaler Zusammenarbeit Ihre Arbeitsabläufe verbessern können.

Vorfertigung

Es hat etwas für sich: ein Arbeitsumfeld unter kontrollierten klimatischen Bedingungen, ganz unabhängig von den Launen des Wetters. Vorfertigung – auch Modul- oder Systembau genannt – bezeichnet eine Bauweise, bei der einzelne Baumodule außerhalb der Baustelle produziert und anschließend vor Ort zusammengefügt werden. Die Modulbauweise trägt zur Verkürzung der Bauzeit bei und reduziert die Wahrscheinlichkeit größerer witterungsbedingter Unterbrechungen. Dadurch werden Gewerke und Kunden gleichermaßen finanziell gegen die Risiken und Komplexitäten von Projektverzögerungen abgesichert.

Vorfertigung eignet sich zudem gut für den Einsatz digitaler Kollaborationsplattformen wie RefinemySite und könnte das Thema Bau in Zukunft maßgeblich beeinflussen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Baustelle, bei der die Kolonnen jeden Morgen auf ihre Anweisungen warten, müssen die Teammitglieder im Modulbau bei Tagesbeginn bereits wissen, was ansteht, um den Projektplan einhalten zu können. Arbeitsabläufe nach Lean-Prinzipien sind für diese Arbeitsweise unverzichtbar, weil sie offene Kommunikation und Eigenverantwortung fördern. So können die Arbeiten termingerecht ausgeführt und kleinere „Stolpersteine“ schnell und ohne Beeinträchtigung des Terminplans ausgeräumt werden.

Design for Manufacturing and Assembly (DfMA)

DfMA ist eine neue Entwicklungsmethode für Produkte, die ressourcenschonend hergestellt und vor Ort einfach, das heißt mit deutlich geringerem Arbeitsaufwand, montiert werden können. Ähnlich wie beim Modulbau, aber kombiniert mit Aspekten der Serienfertigung, werden die Produkte sorgfältig ausgewählt und passgenau gemäß den Projektspezifikationen an einem gesonderten Standort gefertigt. Anstatt beispielsweise Holz an die Baustelle liefern und die spezifischen Teile von den Teams vor Ort anfertigen zu lassen, werden alle Elemente und Materialien bereits vorgefertigt zur Baustelle transportiert.

Diese Methode wird sich in der Baubranche der Zukunft immer mehr durchsetzen, nicht nur, weil sie wertvolle Zeit spart, sondern auch, weil sie unseren Teams dabei hilft, Verschwendung zu vermeiden und am Ende eines Projekts weniger Material entsorgen zu müssen. Die Zeit vom letzten Bautag bis zur Inbetriebnahme lässt sich mit DfMA erheblich verkürzen.

Durch die Integration von digitalen Lean-Produktionssystemen sowohl in der Vorfertigung als auch in der Projektabwicklung sind alle Teams über den Stand der Materialfertigung und die Arbeiten auf der Baustelle informiert. Tatsächlich könnte der übliche Ärger rund um die Materialfertigung und Montage damit ein Ende haben. Sie kennen sicher das Problem, dass die Materialfertigung zu lange dauert oder die Montage sich verzögert oder nicht die richtige Materialmenge für einen Auftrag zur Verfügung steht und nachbestellt werden muss. Diese Probleme können sich häufen und sind oft ein wesentlicher Faktor für einen verspäteten Projektabschluss. DfMA lässt sich mit den Lean-Methoden noch weiter fokussieren, sodass unsere Teams ihre Arbeiten mit der richtigen Materialmenge für ein Höchstmaß an Produktivität planen können.

Hausbau der Zukunft: Planen und Bauen aus einer Hand

Planen und Bauen aus einer Hand – also die Fusion von Planung und Ausführung – ist zugegebenermaßen nicht neu, erlebt aber gerade einen absoluten Höhenflug und könnte im Hausbau der Zukunft bald ein unverzichtbares Element sein. Die Baubranche erkennt die Vorteile, denn durch die Zusammenlegung der Planungs- und Ausführungsteams unter einem Dach lassen sich Unstimmigkeiten minimieren. Für Kunden bringt es große Vorteile mit sich, ein Unternehmen zu beauftragen, das Planen und Bauen aus einer Hand anbietet: erstens weniger unerwartete Kosten und zweitens eine höhere Produktivität. Wenn Architekten, Ingenieure und Subunternehmen im gleichen Team arbeiten, entwickeln sie Spezifikationen und die Ausstattungsanordnung gemeinsam. So entsteht eine schlüssige Gebäudeplanung (beispielsweise treten keine Probleme mit der Anordnung der Heizungs- und Klimatechnik auf, wenn die Entwicklung des Gebäudes schon fast fertig ist). Nach Abschluss der Planung kann sofort mit dem ersten Spatenstich begonnen werden, weil alle Beteiligten sich bereits einig sind.

Die digitale Kollaboration ist eine ideale Methode für Bauunternehmer, die ihre Projekte nach dem Prinzip „Planen und Bauen aus einer Hand“ abwickeln. Sobald die Baupläne feststehen, können die Teammitglieder unverzüglich loslegen und die Projektingenieure, die Kontakt mit den Kunden haben, Architekten und Geschäftsführung ohne zeitaufwändige Kommunikation in Echtzeit auf den neuesten Stand bringen. Das Last Planner System® (LPS®) bietet dem Team zudem die Möglichkeit, auftretende Bedenken während des Projekts zu äußern und dank vollem Zugriff auf den Terminplan notwendige Anpassungen vorzunehmen. Diese Art der Projektabwicklung, die bereits große Produktivitätsvorteile mit sich bringt, wird durch Lean Management weiter optimiert.

Als Fazit lässt sich festhalten: Mit der Annahme neuer Aufträge und der Fertigstellung von Projekten, die sich durch die Pandemie verzögert haben, müssen wir die Verbesserung der Produktivität realistisch in Angriff nehmen. So lässt sich eine positive Prognose für die Bauwirtschaft sicherstellen.

Integrierte Projektabwicklung (IPA)

IPA ist ein Ansatz, der Menschen, Systeme, Geschäftsstrukturen und -praktiken in einen Prozess integriert, der die Stärken und Kenntnisse aller Beteiligten nutzt. Dadurch sollen die Projektergebnisse optimiert, der Wert für den Eigentümer gesteigert, Verschwendung reduziert und die Effizienz in allen Phasen der Planung, Fertigung und Konstruktion maximiert werden.

IPA vereinheitlicht die Planungs- und Ausführungsphase und hinterfragt somit – durch die Kombination aller zuvor genannten Trends – den bestehenden Projektabwicklungsprozess. Verlässliche Bedingungen (durch einen Mehrparteienvertrag) und eine transparente und strukturierte Arbeitsweise (durch Lean-Methoden) ermöglichen es den neu gebildeten funktionsübergreifenden Teams, ihre Ziele zu erreichen. Transparenz bildet die Grundlage für einen kooperativeren Ansatz, von dem alle profitieren, die die Zukunft der Baubranche mitgestalten.

Trotz der Pandemie sehen die Prognosen für die Bauwirtschaft gut aus: Digitale Kollaborationsplattformen können die Branche bei der Umstellung auf produktivere Arbeitsläufe, die einen größeren Mehrwert bieten, unterstützen. Wichtige Branchentrends wie Vorfertigung, Design for Manufacturing, Planen und Bauen und Lean IPA gewinnen an Popularität. Digitale Kollaborationsplattformen passen perfekt zum Streben der Branche nach kontinuierlicher Verbesserung.